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Reisebericht - Algrave / Portugal
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THEMA: Reisebericht - Algrave / Portugal
#3433
Reisebericht - Algrave / Portugal vor 5 Jahren  
Was tut man wenn man mal ein Wochnende hier in Spanien nix zu tun hat und mal etwas anderes sehn will? Richtig man fährt mal schnell rüber nach Portugal und schaut sich die Agrave Küste an. Also bin ich Samstag mittag losgefahrn - allein - weil natürlich genau an diesem Wochenende niemand Zeit hatte bzw. sich Zeit nehmen wollte.

Auf dem Weg vorbei an Sevilla ist mir natürlich folgendes aufgefalln:

Ikea mit Palmen - wie pervers ist das?

Mein erster Stop war Faro und dort gings natürlich gleich mal an den Stadtstrand nahe des Flughafens. Es waren zwar nur 9kn angesagt aber ich hatte die hoffnung dass die Thermik da etwas nachhelfen würde. Das war leider nicht der Fall und so gings nach einem ausgedehten Spaziergang zurück in die Stadt.

Spot Faro: der Strand ist rießen groß und auch im Sommer sollte man abseits der Badegäste kiten können. Hinter dem Atlantikstrand befindet sich auch eine schöne Lagune in der man Flachwasser vorfindet. Von dem her ist der Spot eigentlich super. Das ganze hat nur einige Hacken: man muss sein Zeug ziemlich weit schleppen weil die Straße leider am Badestrand endet wo kaum Parkplätze vorhanden sind und es gibt weder Stranddusche noch WC's etc.




Faro selbst ist nicht wirklich aufregend. Zurück in die Stadt hab ich ein Pärchen aus Tschechien mitgenommen die mir von einer rießen Studentenfeier erzählt habn. Es war der letzte Tag eines 10tägigen Studentenfestivals - ohne Begleitung allerdings nicht so spannend. Außerdem wollte ich keine Zeit wegen eines Hangovers verlieren.

Also bin ich am Abend noch weiter nach Carvoeiro einem total netten Dorf mit einer wunderschönen Küste wo ich nahe des Leutturms mein Nachtlager aufgeschlagen habe.
Da Wind angesagt war machte ich mich nach einer kurzen Erkundungstour allerdings relativ bald auf nach Alvor wo sich wohl der Top-Kitespot der Region befindet.



Spot Alvor: nennt sich Ria de Alvor und ist eine Flusslagune die sich ca. 50m vom offenem befindet. Hier findet man je nach Tide perfektes Flachwasser und die nettesten Locals die ich je getroffen habe. Tijago gehört die hiesige Kiteschule (windbrigade) und hilft einem wo er nur kann. Zum Windsurfen ist die Lagune nur bedingt geeignet, die Kollegen müssn wohl aufs Meer ausweichen das ebenso Flachwasser bietet (bei N-NW) wo jedoch der Wind ablandig kommt. Der Spot wäre wohl so ziemlich mein Traumspot wären hier nicht auch kleinere Probleme zu überwinden. Zu aller erst ist die Straße bis auf 15m sehr kompakt und gut befahrbar. Die 15m sind allerdings Sand über den ich 3x ganz gut drüber gekommen bin aber beim 4. mal dann einen Abschleppwagen brauchte. Das kommt dort öfter mal vor und für 40 Euro ist man wieder mobil. Das Zweite Problem sind die scharfen Muschelsplitter die in der überall stehtiefen Lagune liegen - Anfänger sollten unbedingt Boots tragen. Und zu guter letzt ist der Wind etwas böig.




So es ist immer noch mein zweiter Tag in Portugal und immer noch kein Wind. Nachdem ich also 2h in der Sonne rumgelegen bin und mich mit den Locals angefreundet habe die offensichtlich eine stärkere Nacht dort verbracht hatten hab ich beschlossn noch etwas Sightseeing zu machen. Also auf nach Lagos das ca. 20km vom Spot entfernt liegt.

Sehr nett aber wirklich viel zu sehn gabs dort dann auch nicht. Ein paar Formula Surfer sind in er Bucht rumgecruised aber irgendwie hatte ich das Gefühl nichts zu versäumen und bin deshalb weiter nach Sagres.

Erster Stop war Martinrhal, ein wohl ziemlich bekannter Windsurfspot. Kitespot ist dies wohl keiner da Südwind selten vorkommt und Nord komplett ablandig ist. Und ohne Wind wars für mich als Kitesurfer dann gleich doppelt unspannend noch länger dort zu verweilen


Danach gings mal zum Fort an dem Heinrich der Seefahrer die erste Navigationsschule gegründet haben soll. Obwohl das ganze nicht sonderlich aufregend ist - gerade mal ein paar Mauern und ein Leuchtturm - spürt man doch dass hier Geschichte geschrieben wurde - oder war das die Sonne die hier erbarmungslos herunterheizt und es kaum etwas gibt das Schatten spenden würde

War man beim Fort muss man dann auch rüber an den Südwestlichsten Punkt Europas ans Cabo de Sao Vicente, dem Ende der Welt wie man früher glaubte. Wer's weniger dramatisch möchte kauft sich beim letzten Würstelstand vor Amerika noch eine deutsche Bratwurst - man bekommt dafür sogar ein Zertifikat!

Zwischen Sagres und dem Kap befindet sich wohl auch der schönste Badestrand der Gegend - Praia do Beliche. In Fremdenführern meist nicht besonders hoch im Kurs da man ziemlich viele Stufen steigen muss um hinunter zu kommen und es auch kein Restaurant direkt am Strand gibt. Trotzdem ist er auf jeden Fall einen Besuch wert. Gesurft wird hier übrigens auch - allerdings nur ohne Segel/Kite


Irgendwie hatte ich immer noch nicht das Gefühl dass es aufgefrischt hat weshalb ich weiter nach Carapateira bin. Auf dem Weg hab ich eine Kanadierin und einen Brasilianer aufgegabelt die - wie sich herausstellte - für einen Österreicher arbeiten der sich dort eine kleine Farm samt Wald und Hügel gekauft hat. Klaus renoviert die Gebäude gemeinsam mit 15-20 Volunteers aus aller Welt die für ihre Arbeit freie Kost und Logie bekommen. Die zwei haben mich dann auch eingeladen am Abend vorbei zu schaun.
Aber zuerst ging es natürlich an den Strand. Praia da Bordeira nennt sich der hiesige Kitespot der von oben betrachtet einen atemberaubenden Anblick bietet. Als der Wind dann auch noch ein wenig auffrischte schnappte ich meinen 12er - überlegte noch kurz ob das an diesem menschenleeren Strand eine gute Idee ist allein aufs Wasser zugehn und 15min später war ich dann im Wasser. Leider war der Wind nicht optimal (weil nicht wirklich ausreichend) was es nicht einfach machte ordentlich ins Fahren zu kommen. Man sieht am Foto ja auch ganz schön dass hier einiges in Bewegung ist. Trotzdem wars gut endlich wida gekitet zu sein und das Gefühl wollt ich mir nicht nehmen lassn. Der Sonnenuntergang ist übrigens einer der schönsten die ich je gesehn habe - leider hatt ich keine Cam mit am Strand.


Abends hab ich mich dann noch zu Klaus und seinen Jungs und Mädls ans Lagerfeuer gesetzt und mir sein Projekt angesehn. Er ist übrigens unter 30 und wer sein Projekt unterstützen möchte kann ja mal bei ihm nächtigen. Die Häuse sind von aussen nicht schön aber innen sehr kreativ gestalltet und man trifft auf jeden Fall interessante Menschen. (www.wwoofen.org)

Da ich jedoch auf Flachwasser aus war bin ich am nächsten Tag, an dem wirklich guter Nordwind besonders für Carrapateira angesagt war, zurück nach Alvor gefahrn. Dort wars dann zuerst etwas on-off vom Wind her und es dauerte auch etwas bis sich die Lagune nach Ebbe wieder füllte. Aber dafür gings dann umso besser und es fanden sich auch die Locals wieder ein. Es war ziemlich voll - musste mir die rießen Lagune glatt mit 4-5 anderen teilen und verbrachte letztendlich geschlagene 8h am Wasser. Gegen Abend wurde es immer besser und ich immer müder und wollte einfach nicht aufhörn. An rumspringen oder gar trixen war nicht mehr zu denken aber ich musste einfach machn. Ergebnis: um 9 Uhr bin ich weggepennt (so früh wie noch nie seitdem ich in Spanien bin) und heute war ich einfach zu fertig um wieder kiten zu gehn.

Alles in Allem - Südportugal ist auch sehr geil zum kiten
/chri
Chri
Chri
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